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Mehr als Kulturlobbying .....

 

 

Zu den floskelhaften Begründungen der Kulturpolitik gehört heute die Betonung der Schlüsselrolle von Kunst & Kultur für die Identität, die Kreativität oder gar die Produktivität einer Gesellschaft. Die „kulturelle Infrastruktur“ und ein „attraktives kulturelles Angebot“ gelten als bedeutende Standortfaktoren. In älteren Formulierungen wurden Kunst & Kultur auch als „Lebensmittel“ oder gar als „Hefe im Teig“ bezeichnet. Gefordert wird in schöner Regelmäßigkeit dazu eine „Kultur für alle“. Ein Blick auf die Realitäten ist allerdings ernüchternd. In den letzten Jahrzehnten hat sich das kulturelle Angebot zwar vervielfacht, doch das Kulturpublikum ist nicht in vergleichbarem Umfang mit gewachsen. Wie z.B. auch in den USA oder Frankreich interessiert sich die Hälfte der Bevölkerung gar nicht, ein weiteres Viertel kaum für Kunst & Kultur. Der „harte Kern“ der Kulturnutzer liegt zwischen 5 – 10 % und ist überwiegend weiblich. Zeitbudgeterhebungen des Statistischen Bundesamtes unterstreichen die geringe kulturelle Teilhabe hierzulande.

 

Mit dem Wachstum der kulturellen Angebote haben sich die Wahlmöglichkeiten für die NutzerInnen vervielfacht und ausdifferenziert, an die Stelle des "einen" bildungsbürgerlich geprägten Publikums sind viele Teilpublika getreten. Für eine neue Qualität sorgen die digitalen Medien. Und: die Ungleichheit in der Gesellschaft wächst. Alles in Allem spannende Zeiten für eine Kulturpolitik, die sich als Gesellschaftspolitik und nicht bloß als Kulturlobbying für Bessergebildete und Besserverdienende versteht.

Die Karriere der Kultur/Kreativwirtschaft spiegelt seit ihrer Wiederentdeckung in den 1990er Jahren diese Entwicklung. Nach ihrem Start als "die" Wachstumsbranche hat sich ihr Bild allmählich normalisiert – für Wachstum sorgen hier vor allem die digitalen Branchen (Games, Film/Fernsehen). Inzwischen wird auch klarer, dass prekäre Arbeitsverhältnisse in der sog. kleinen Kultur/Kreativwirtschaft eher die Regel sind.

 

 

 

 
 
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